*Kurzgeschichte* – Engelskinder (Schreibwettbewerb von Books on Demand)

Engelskinder – symbolisch

 

Hallo du,

auch dieses Jahr nehme ich am Schreibwettbewerb von Books on Demand teil. Ich möchte dir heute meine erste endgültige Fassung zeigen. Dann habe ich noch die Fassung, die ich dann tatsächlich eingereicht habe.

Ich musst meinen, eigentlich fertigen Text nochmals kürzen, da es bei dem Schreibwettbewerb eine Begrenzung auf 2.000 Zeichen gibt. Überraschend für mich war es hart, sowohl auf eine (enge) Deadline hinzuarbeiten als auch nur so wenige Worte verwenden zu dürfen. Vielleicht hilft dir der Vergleich dieser beiden Geschichten so viel, wie mir das Schreiben der beiden geholfen hat (;

PS: Diese Geschichte bekommt in naher Zukunft noch eine „Verlängerung“ sprich ein anderes Ende.

 

Engelskinder (ungekürztes Original)

Die weiße Masse unter ihren Füßen war matschig. Sie sank nur ein paar Millimeter in die Wolke ein. Bald würde die Wolke abregnen, aber sie hatte nichts davon. Sie lief auf der falschen Seite herum. Erst wenn sie ihre Flügel bekam, konnte sie den Regen von unten nach oben betrachten. Aber das war nur ein Zusatz. Sie umklammerte Maros Hand fester. Gleich musste sie ihn loslassen. Ein paar Meter und sie standen vor dem Berg aus Wolken. Maro drehte sich zu ihr. Er flüsterte.

„Du schaffst das schon, Celia.“

Sie nickte. Er lockerte ihre Hand, mit der sie ihn noch immer fest umklammert hielt. Er zwinkerte und sie ließ ihn langsam los.

Sie dufte nicht zurücksehen. Und nichts wollte sie mehr. Die erste Regel lautete, dass jedes Kind allein gehen muss. Maro war irgendwo hinter ihr, zusammen mit den anderen. Sie trat so nahe an den Wolkenberg, dass sie spürte, wie ihre Nase in den Wolken versank. Sie begann zu klettern. Es war anstrengend, denn die Wolke war von Hügeln und Tälern übersäht. Die Zweite Regel lautete, dass sie nicht ruhen durfte sobald sie den Aufstieg begonnen hatte. Die Sonne ging unter und ließ sie im Halbdunkeln zurück. Als die Sterne schon lange am Himmel standen erreichte sie die Kante und zog sich keuchend nach oben. Sie atmete tief durch und sagte mit fester Stimme:

„Ich bin hier, um meine Prüfung abzulegen.“

Es war niemand zu sehen und trotzdem antwortete ihr eine sanfte Stimme.

„Dann erzähle mir, warum du deine Flügel erhalten möchtest.“

Sie stutzte, da sie nicht mit einer so einfachen Frage gerechnet hatte. Sie überlegte und entschied sich dafür, noch einmal nachzufragen.

„Ist das wirklich meine einzige Frage? Und darf ich darauf mehrere Dinge antworten? Es gibt so viele Gründe, weshalb ich meine Flügel brauche.“

„Ja das ist deine Frage. Wenn es für dich mehrere Antworten gibt, erzähle mir bitte alle.“

„Ich möchte die Wolke verlassen können. Ich möchte andere Wolkenlandschaften und Engelkinder kennenlernen. Arbeiten möchte ich auch unbedingt. So wie meine Tante, die für die Wolkenfarben zuständig ist.“

„Ist das alles?“

Sie wurde ein bisschen rot, nickte aber.

„Dann geh, ich kann dir deine Flügel nicht geben.“

„Was? Aber warum?“

Ihre Augen füllten sich mit Tränen und sie sackte zusammen. Die dritte Regel lautete, dass jedes Engelkind reinen Herzens und ehrlich sein musste.

 

Engelskinder (Version für den Wettbewerb)

Bald würde die Wolke abregnen, aber sie hatte nichts davon. Sie lief auf der falschen Seite herum. Erst wenn sie ihre Flügel bekam, konnte sie den Regen von unten nach oben betrachten. Sie umklammerte Maros Hand fester. Gleich musste sie ihn loslassen. Ein paar Meter und sie standen vor dem Berg aus Wolken. Maro drehte sich zu ihr.

Er flüsterte: „Du schaffst das, Celia.“

Sie nickte. Er lockerte ihre Hand, mit der sie ihn noch immer fest umklammert hielt. Celia ließ ihn los.

Sie dufte nicht zurücksehen und nichts wollte sie mehr. Die erste Regel lautete, dass jedes Kind allein gehen musste. Sie trat so nahe an den Wolkenberg, dass sie die Feuchtigkeit der Wolke einatmen konnte. Sie begann zu klettern. Die zweite Regel lautete, dass jedes Kind den Aufstieg bis Tagesanbruch schaffen musste. Die Sterne fingen an zu verblassen, als sie die Spitze erreichte. Sie atmete tief durch und sagte:

„Ich bin hier, um meine Prüfung abzulegen.“

Es war niemand zu sehen. Trotzdem antwortete ihr eine Stimme.

„Dann erzähle mir, warum du deine Flügel erhalten möchtest.“

Celia stutzte, da sie nicht mit einer so einfachen Frage gerechnet hatte.

„Ist das die einzige Frage?“

„Ja. Wenn es für dich mehrere Antworten gibt, erzähle mir bitte alle.“

„Ich möchte meine Heimatwolke verlassen.  Dann kann ich andere Wolkenlandschaften und Engelkinder kennenlernen. Arbeiten möchte ich auch unbedingt. So wie meine Tante, die für die Wolkenfarben zuständig ist.“

„Ist das alles?“

Sie wurde ein bisschen rot, nickte aber.

„Geh, ich kann dir deine Flügel nicht geben.“

„Was?“

Celias Augen füllten sich mit Tränen und sie sackte zusammen. Die dritte Regel lautete, dass jedes Engelkind reinen Herzens und ehrlich sein musste.

*Update* – Diese Woche leider kein Blogbeitrag (WP 5.0)

Hallo du,

 

nur ganz kurz: heute habe ich das Archiv der Fantasie auf das neue WordPress 5.0 geupdatet.

Das Backup, das ich vorher natürlich noch gemacht habe, habe ich zum Glück nicht gebraucht. Alles hat soweit gut funktioniert. Den neuen Editor „Gutenberg“ werde ich vorerst nicht verwenden, da mein jetziges Theme (noch) nicht mit diesem kompatibel ist. Also habe ich mir den alten Editor wieder per Plug-In zurückgeholt.

Ich prüfe gerade alle wichtigen Funktionen wie die SQL Tabelle, Spamfilter, Plug-Ins…

Soweit bin ich also glücklich mit diesen Veränderungen. Ich hoffe bei dir ist auch alles gut gelaufen (sofern du auch bei WP bist (; )

 

Als kleine Entschädigung für den ausfallenden Beitrag habe ich ein paar Bilder für dich. Bis bald (;

Beschneite Bäume über einem Fluss
Baumallee im Schnee
Eine Rose blüht noch

 

 

Liebe Grüße

Laura

*Rezension* – Diatar Kind des Lichts (Die Mondiar-Trilogie 1) von Ina Linger

*Werbung, da kostenloses Rezensionsexemplar*

*Diese Rezension enthält keine Spoiler*

*Triggerwarnungen: Das Buch enthält: Kämpfe, Blut, Tod, Krankheit, Sex*

 

Hallo du,

Heute gibt es wieder mal eine Rezension über einen Fantasyroman, der mich mehrfach positiv überrascht hat. Diatar Kind des Lichts ist der erste Teil einer Trilogie. Ina Linger hat diese Romanreihe im Selfpublishing veröffentlicht.

 

Eckdaten zum E-book

 

Autorin: Ina Linger

Originalausgabe:  2016 Ina Linger

Seiten: 340

 

Gesamteindruck:

Gleich zu Beginn wird der Leser/die Leserin in den Prolog hinein geworfen. Aus der Sicht von Jaro, einem Jungen aus dem Volk der Diatar, erleben wir  wie ein Feuer sein Dorf zerstört. Doch Jaro hatte nur geträumt und wachte unversehrt in seiner Hütte auf. Wir erfahren, dass das Volk der Monandor die Feinde seines Volkes sind.

Die Diatar können in der Nacht fast nichts sehen, wohingegen die Monandor das Licht der Sonne nicht vertragen. Die beiden Stämme haben sich genau einen Tagesmarsch voneinander angesiedelt, sodass keines von beiden das andere völlig besiegen kann. Zwischen ihnen ist ein Wald, in dem die Völker um Nahrungsmittel und Baumaterial kämpfen.

Der Protagonist Jaro hat in seinem Volk nur geringes Ansehen, da er sehr kränkliches Kind war. Er ist acht Jahre alt, als er so krank wird das sein Volk beschließt, ihn im Wald auszusetzen. Er erwartete den Tod, doch stattdessen findet ihn eine junge Monandor. Doch sie war gar kein Monster, wie die anderen Monandor gegen die sie so erbittert kämpfen. Die beiden entdecken, dass sie sich verständigen können.

Ihr Name war Risa. Sie gab ihm Medizin und brachte ihn in ein Versteck. Dort pflegte sie Jaro lange und schaffte es, seine Tod zu verhindern.

Jaro kehrt zu seinem Volk zurück. Doch durch das Treffen mit Risa ist er sich nicht mehr sicher, ob es richtig ist die Monandor zu jagen und zu töten. Und was hat es mit diesen Visionen auf sich? Risa und Jaro treffen wieder aufeinander, müssen sich aber noch oft verlieren, bis klar wird welche Aufgabe sie erfüllen müssen.

 

Positives:

Das Buch ist eine erfrischende Mischung aus Dystopie, (Low)-Fantasy und Beziehungsroman. Keines der Elemente drängt sich in den Vordergrund. So entsteht ein ausgewogenes Buch mit viel Spannung, gleichzeitig aber auch unglaublich feinfühligen Szenen.

In Rückblenden erfährt man mehr über die Vorgeschichte, sowie über die Zeiten in denen die Hauptcharaktere voneinander getrennt sind. Die Entwicklung der beiden Kinder bis zu jungen Erwachsenen fliest in all das mit ein. Letzteres ist ein interessanter Einblick, wie unterschiedlich sich Kinder in unterschiedlichen Umfeldern entwickeln. Die beiden Protagonisten waren mir sofort symphytisch und weder nervig noch anstrengend. Der Schreibstil ist angenehm und auch das Erzähltempo fügt sich gut ein.

Negatives:

Zu Anfang erhält der Leser/die Leserin meiner Meinung nach zu wenig Informationen. Die Story geht langsam voran, obwohl sich die beiden Hauptcharaktere da schon weit entwickelt haben. Hier fehlte mir manchmal die Motivation, lange Zeit am Stück zu lesen, da einfach nichts voranging/ich nicht ganz mitkam wo die Reise hingegen soll.  Das legte sich aber nach den ersten 30-40 Seiten.

Ein paar Rechtschreibfehler (ca. sieben Stück) sind mir trotz Lektorat und Co-Lektorat noch aufgefallen.

Das Ende konnte mich nicht ganz überzeugen. Da es eine Trilogie ist, habe ich keine Art von „Abschluss“ erwartet, aber für einen Chliffhänger war es nicht optimal gewählt. Ich hätte den Schluss etwas früher gesetzt.

Das Buchcover konnte mich leider auch nicht ganz überzeugen. Der goldfarbene Lichteinfall macht schon etwas her, keine Frage. Aber wenn man alle drei Teile nebeneinander betrachtete, sind diese von Design her leider nicht sehr konsistent.

 

Empfehlungen:

Für dieses Buch konnte ich keine Altersempfehlung finden. Meine Empfehlung ist ab 14 Jahren oder älter. (siehe Triggerwarnungen ganz oben).

Dieses Buch kann ich allen empfehlen, für die Fantasy nicht in jedem Grashalm Magie beinhalten muss. Chrakterentwicklung, feinfühligkeit und Konfliktaufbau,- sowie Lösung sind die größten Stärken dieser Geschichte.

 

Diatar Kind des Lichts ist eines der frühesten Werke der Autorin und ich bin gespannt darauf zu lesen, ob sie in ihren neuesten Werken noch einen Hasen draufsetzen kann.

Bewertung:

4 von 5 Hasen

Diese Rezension ist subjektiv. Das Buch kann von jedem/jeder anders empfunden werden. Die Triggerwarnungen erstelle ich nach meinem persönlichen Empfinden.

*Lyrik* – Ein Schal, dreimal geschlungen

Morgenhimmel am Bahnhof

 

Ein Schal, dreimal geschlungen

 

Seit zwei Schritten im Flur

Ein Paar Schuhe

als Barriere zwischen dir und der Welt

 

Wozu sind Reihenfolgen gut

 

Ein linker Handschuh

Ein Paar Beinstulpen

die Schuhe verlängernd

 

Ein rechter Handschuh

Ein Schal, dreimal geschlungen

als Schutz vor Worten, Richtung Herz

 

Keine Mütze, den Weg für Freiheit

*Erfahrungsbericht* – Eine Hommage an dünne Bücher

Ein bunter Bücherstapel. Alles dünne Bücher.

Hallo du,

heute geht es um einen Streitpunkt, der wohl schon so lange existiert, wie es Bücher gibt. Kommt es auf die Dicke, Länge, Seitenzahl eines Buches an? In welchem Bereich gibt es das nicht, die Behauptung dass mehr gleich besser ist.

Ich bin ein absoluter Fan von dünnen Büchern, kurzen Blogeinträgen und auf das wesentliche reduzierte Fachartikel. Das heißt aber nicht, dass ich ausschweifende Beschreibungen alla Walter Moers nicht auch lieben würde. Aber einen Herr der Ringe Epos hätte man schon um einiges kürzen könne, ohne den Stil des Buches zu gefährden.

 

Was ist kurz?

Die Zahl, die in der Diskussion am häufigsten auftaucht sind 200 Seiten. Ist ein Manuskript unter 200 Seiten gar kein Buch? Nun ich finde schon. Je nach Genre sieht man durchaus auch Bücher unter 200 Seiten im Buchhandel. Gedichtbände, Selbstreflexion, Gedankensammlungen etc. kommen oft in kleinen und dünnen Formaten. In Relation betrachtet wird ein Highfantasy Roman unter 5-600 Seiten wohl als dünnes Buch betrachtet, wohingegen Romane von 200- 600 Seiten oft als normal betrachtet werden. Ich spreche heute also über alle Bücher, die für ihr Genre ungewöhnlich dünn sind.

 

Mehr Motivation

In Zeiten, in denen wir ständig mit Informationen versorgt werden ist es umso entspannender, sich mit einem Buch zurück zu ziehen. Ich persönlich habe leider wenig Zeit und so habe ich mehr Motivation ein Buch anzufangen, wenn es nicht so viele Seiten hat.

 

Praktisch, auch ohne E-reader

Nicht jede/r  mag E-book Reader. Ein dünnes Buch ist genauso praktisch für unterwegs und man muss keine Abstriche beim Lesevergnügen machen. Man könnte sogar zwei verschiedene Bücher einpacken und hat so immer das richtige Buch für die richtige Stimmung.

Mehr verschiedene Bücher.

Je dünner, desto öfter (okay lassen wir das). Aber ernsthaft, wenn man seine Lesezeit nicht damit verbringt, Füllstoff zu lesen kann man über viel mehr verschiedene Themen lesen. Damit wird man nicht zum Experten, kann aber in vielen  Bereichen mitreden. Zudem hat man mehr Abwechslung. Viele Themen hängen auch zusammen (Buch schreiben, Buch korrigieren, Buch veröffentlichen). So kann man sich schneller ein breites Portfolio an Wissen aufbauen.

 

Aus Autorinnensicht:

Aus meiner Sicht als Autorin ist es natürlich praktisch, kürzere Bücher zu schreiben. Ich kann so in kürzeren Zeitabständen neue Werke veröffentlichen. Auch kann ich mich in mehr verschiedene Themen einarbeiten und ein breites Spektrum abbilden. Ich kann zwischen Genre springen und muss keine Ewigkeit für die Planung investieren.

 

Ich hoffe ich konnte dir damit dünne Bücher etwas schmackhafter machen (:

 

*Besonderes* – Exklusive Voschau auf meinen neuen Roman #Feder

Hallo du,

eines meiner nächsten Bücher wird ein Urban-Fantasy Roman. Dieser läuft momentan noch unter dem Decknamen #Feder. Da ich vor kurzem die Rohfassung abschließen konnte und nun in den Überarbeitungsrunden stecke, ist das doch der perfekte Zeitpunkt dafür.

Parallel zu diesem Roman arbeite ich auch noch an einer Kurzgeschichtensammlung, die vielleicht sogar noch vor #Feder das Licht der Welt erblickt. Keine Angst, auch dazu kommen bald mehr Infos. Aber jetzt wünsche ich dir erst einmal viel Spaß mit diesem Auszug:

 

Längst waren ihre Hände und Unterarme vom Dickicht zerkratzt, Haarsträhnen klebten feucht an ihrem Gesicht und die Füße taten ihr weh. Eigentlich ohne Grund lief sie mitten in der Nacht im Freien herum. Doch sie wollte nicht über das Wieso und Warum nachdenken, das war doch gerade das Problem. Jeder ließ sich nur durch Denken und berechnendes Handeln durch den Tag ziehen. Nein heute würde sie nicht denken, sondern sich von Ihrem Gefühl leiten lassen. Die Welt hier bestand aus Schemen und Schatten, Gerüchen. Ihre Unterlippe zitterte vor Aufregung und Freude, vielleicht auch ein wenig vor Angst. Eine Stunde, vielleicht auch zwei tastete sie sich so durch den Wald. Das Verlangen sich hinzusetzen und die schmerzenden Beine zu entlasten wurde immer größer.

Schwerfällig torkelte sie unter einen Baum und kauerte sich am Stamm zusammen. Sie aß ihr Brot und trank etwas. Nach einer unbestimmten Zeit schlich sie weiter. Die Erschöpfung hing wie schwere Regentropfen an ihr, doch der Trampelpfad nahm und nahm kein Ende. Als sich endlich die Bäume zurückzogen und den Blick auf den Hügel freigaben stieß Lunita einen Seufzer aus. Am höchsten Punkt des Hügels thronte der Felsen, so groß wie ein zweijähriger Baum. Die Spalten im Gestein waren mit Moos bewachsen, an manchen Stellen schimmerten bläuliche Gesteinsadern hervor. Jetzt, im Licht des Mondes strahlte dieser Ort eine unglaubliche Atmosphäre aus. Sie kletterte den Hügel hinauf und bestieg den Felsen. Freiheit.

Zum ersten Mal bekam sie einen Eindruck davon, was Menschen mit diesem Wort auszudrücken zu versuchen. Ihre Fingerspitzen folgten der bläulichen Spur im Gestein, während ihr Blick über die Landschaft vor ihr glitt. Sie erahnte die fernen Hügel, spitzen Tannen und Felder mehr als dass sie sie sah. Einen Großteil projizierte sie aus dem Gedächtnis auf die verschwommenen Umrisse. Sie rutschte ein Stück am Felsen hinunter und lies sich in eine, natürlich entstandene Aussparung im Felsen sinken. Nun konnte sie sich mit Rücken und Kopf am Fels anlehnen. Im Augenwinkel sah sie die blaue Maserung des Gesteins, die unnatürlich tiefblau leuchtet.

Sie drehte sich so gut es ging um und legte die Hände auf den Stein, schirmte das spärliche Licht von außen ab und spähte durch den kleinen Spalt zwischen Ihren Fingern. Tatsächlich! Das Gestein leuchtete von sich aus in einem satten kobaltblau. Sie hatte schon von diesen fluoreszierenden Materialen gehört. Nach ein paar Sekunden spürte sie wie sich der Stein von innen heraus erwärmte. Verwundert legte Lunita eine Hand auf den Stein. Er war tatsächlich warm, er wurde sogar richtig heiß. Die bläulichen Gesteinsadern traten immer deutlicher hervor, breiteten sich aus und teilten sich mehrmals. Geschickt sponnen die Lichtstrahlen ein Netz das sich über den gesamten Felsen zog. Das Gestein erzitterte und wurde schließlich ganz von der Helligkeit verschlungen. Sie spürte keine Furcht, es war sogar eher ein angenehmes Gefühl. Das Licht kam ihr vor wie ein alter Bekannter.

 

*Lyrik* – Sie können auch mit Zeit bezahlen / Glockenklang im Silbermeer

Sie können auch mit Zeit bezahlen

 

Ein Schaufesnter für bunte Träume

Nach Farbwärme sortiert.

Ein Traum für eine handvoll Münzen.

 

Sie können auch mit Zeit bezahlen,

stehet auf einem weißen Schild.

 

 

 

Glockenklang im Silbermeer

 

Atme ein – es ist nicht schwer!

Rette deine Seele jetzt

Bevor sie blutet – schwer verletzt

 

Sieh den Tanz der Regentropfen

Wie sie auf dein äußeres klopfen

Bringen Wahrheit dir zurück

Das größte Stück vom wahren Glück

 

Rauch verhüllt die Spuren schnell

Glocken klingen glockenhell

 

 

*Jahresrückblick * Rückblick, Entwicklung und neue Ziele

Mein erstes Buch wird nun eingepackt, denn das nächste hängt schon in der Warteschleife.

Hallo du,

 

das Jahr endet bald und ich hatte Lust, auf einen lockeren Jahresrückblick.

Das Archiv:

Ich bin ehrlich gesagt ziemlich glücklich mit meiner Webseite. Durch die DSGVO wurde hier so einiges durcheinandergewürfelt. Die langen Tage, die ich für die Anpassungen gebraucht habe, hätte ich zwar gern anders verbracht aber was muss das muss. Mein Stil hat sich nicht großartig geändert, aber ich fühle mich etwas schneller und sicherer bei den einzelnen Beiträgen.

Meine beiden Hauptziele für den Blog waren zwei Beiträge pro Woche und mehr Rezensionen.

Nun, mehr Rezensionen gab es, aber es gab nun schon seit längeren nur noch einen Beitrag pro Woche. Dadurch, dass ich mich dazu entschieden habe Instagram wieder aufzunehmen, wird es auch leider dabei bleiben.

Auch meine neue Patreonseite braucht etwas Betreuung. Bisher weiß ich noch nicht, welche Art von Beiträgen ich auf Patreon posten möchte. Vielleicht etwas in Richtung „Autorinnenleben“. Es wird nicht ganz einfach, dass von dem Blog zu trennen. Aber ich mache mir ja gerne mehr Arbeit.

Auf meiner Webseite möchte ich so wie bisher weitermachen, kleine Ecken kann ich immer verbessern. Eventuell wechsele ich bald das Theme.

 

Das Autorinnenleben:

Nach der Veröffentlichung meines ersten Buches „Splitter aus Leben“ habe ich es etwas ruhiger angehen lassen. Das Marketing ging natürlich weiter. Ich hatte auch Pläne für eine Leserunde, zu der ich bisher leider nicht gekommen bin.

Danach war mein nächstes Projekt an der Reihe. An dem Urbanfantasy-Roman unter dem (#Feder auf Twitter) habe ich genaugenommen schon seit über sechs Jahren gearbeitet. Ich hatte es noch einmal mit dem NaNoWriMo und mir versucht aber na ja. Ich bin am letzten Tag des Novembers mit meiner Rohfassung fertig geworden (yeah) aber das hatte nichts mit dem NaNo zu tun. Ich hatte genauso viel oder wenig geschrieben, ob nun mit oder ohne.

Vor zwei Tagen bin ich mit der Überarbeitung der Rohfassung fertig geworden. Somit ging das Manuskript an die ersten Testleser (Freund und Familie). Wenn diese mir ihre Meinung gesagt haben, geht es zu den richtigen Testlesern. Und dann? Ja dann wird nochmal überarbeitet und ich kann mich auf die Suche nach einem Lektorat machen. Aber keine Sorge, dazu werde ich noch ausführlich auf Twitter und hier auf dem Blog und vielleicht in Zukunft auch auf Patreon berichten.

 

Ideen:

Tja und dann sind da noch weitere Ideen die in meinem Kopf herumschwirren. Leider steht mir hier die Rechtslage etwas im Weg. Das meiste ließe sich für mich nur mit einem zusätzlichen Gewerbe neben meiner jetzigen Selbstständigkeit als Autorin regeln. Da wären zum Beispiel die Möglichkeiten Fotos zu verkaufen, Werbepartner auf Instagram zu finden, Produkte wie Kalender mit Lyrik oder kurzen Texten über Etsy zu verkaufen… Ich glaube diese Ideen muss ich noch etwas länger hin und her rollen.

 

Ich hoffe dir hat dieser kleine Rückblick gefallen, danke fürs lesen (;

Auf ein neues Jahr 2019 voller Geschichten!

*Foto-Projekt* – Baumskelette oder ein Winter ohne Schnee

Hallo du,

 

ein Foto-Projekt gab es schon viel zu lange nicht mehr. Ich liebe diese lockeren Spaziergänge. Manchmal habe ich schon ein Thema im Kopf bevor ich losgehe, oder es ergibt sich spontan so wie bei dem heutigen Projekt. Im Winter tue ich mich immer sehr schwer, Motivation zum Fotografieren zu finden. Alles hat die gleichen Farben. Aber heute haben mir Stimmung und Licht gefallen.

Wie immer komplett unbearbeitet.

 

Es gibt spannedere Motive, aber ich mag Bäume immer.

Ein Baumstumpf am Flussufer. Wenn jetzt noch eine Möwe darauf landen könnte.. Möwe! Die Möwe bitte!

 

Ich liebe Bilder mit unscharfen Objekten im Vordergrund. Es erzeugt auf den ersten Blick eine leichte Verwirrung. Wir sind es eher gewohnt, dass entweder das ganze Bild, oder der vordere Teil scharf gestellt ist.

Hier geht es weiter

*Kurzgeschichte* – Der Gestaltwandler – verschlingender Wald (#myshortstory)

Eine Katze im Wald

 

Hallo du,

 

heute öffne ich für dich meine Schatzkiste. Vor ein paar Wochen hat Books on Demand einen Schreibwettbewerb (#myshortstory) veranstaltet.

Meine Kurzgeschichte hat es nicht in die Endauswahl geschafft, aber ich mag sie serh und möchte sie dir zeigen:

 

Der Gestaltwandler – verschlingender Wald

 

Ein Junge, vielleicht ein Jahr alt, lief in den Wald. Die Sicht reichte keine fünf Meter, dann war da nur noch Nebel. Mit einer Hand umklammerte er die Schwanzspitze einer schwarzen Katze. Sie führte ihn immer tiefer. Alle paar Minuten hielten sie an und die Katze zeigte ihm einen glänzenden Käfer oder einen besonders krumm gewachsenen Baum.

In einem Kilometer Luftlinie hallten Rufe durch ein Haus. Tränen flossen.

Die Katze und der Junge erreichten eine Hütte. Efeu und Ranken hielten die Holzplanken zusammen. Schwarzer Rauch wallte auf, als sich die Katze in einen jungen Mann verwandelte. Er zog sich hastig an. Seine Augen hatten die bernsteinerne Farbe der Katzenaugen behalten, auch sein Haar war noch schwarz. Der kleine Junge starrte verdutzt.

„Katze?“

„Die kommt später wieder.“

Er steckte den Jungen ins Bett und gab ihm ein Bilderbuch in die Hände. Die Tür schloss er von außen mit einem Riegel. Gehüllt in weißen Rauch verwandelte er sich zurück in die Katze. In leichtem Trab machte er sich auf den Weg, das nächste Kind zu holen. Ein Mädchen, noch jünger. Es quickte  vergnügt als ihnen ein Eichhörnchen über den Weg lief. Er setzte auch sie auf dem Bett ab. Beide bekamen Wasser und Brei. Noch dreimal lief er und holte Kinder.

In einem Kilometer Luftlinie heulten Sirenen. Blaulicht zerstörte das weiche Licht des Abends.

Alle fünf passten gerade so auf das Bett also schlief er auf dem Teppich. Immer wenn eines der Kinder weinte tröstete er es in seiner Katzengestalt. Mit leichtem pfotendruck massierte er ihnen die Bäuche und schnurrte sie wieder in den Schlaf. Im Morgengrauen brachte er sie nach draußen. Er setzte sie in einem kleinen Kreis um sich herum und verwandelte sich in weißem Rauch. Er fuhr die Krallen aus und hasste sich. Jedes Kind bekam einen tiefen Kratzer auf dem linken Arm. Tränen fielen in schnellem Takt nur um im Moss zu versickerten. Er leckte von jedem Arm einen Tropfen Blut auf. In dem Brei, den er ihnen als Frühstück machte befand sich etwas von seinem Speichel.

„Mama?“

„Gleich. Ich bringe euch zurück.“

 

Zwanzig Jahre später

 

In einem Kilometer Luftlinie holzten sie den Waldrand ab. Dieselgeruch vertrieb den Frieden.

Sechs Gestaltwandler in der Form der Tiere des Waldes und der Stadt hielten die Nasen gegen den Wind. Eine schwarze Katze war ihr Anführer. Sie verwandelten sich in schwarzem Rauch. Tiefe Ringe unter den Augen und steife Rücken waren das einzige, was ihnen das Leben als Menschen brachte. Aber es war ihre einzige Chance. Sie lebten nur, um zu schleimen und zu manipulieren. Sie schleusten sich in hohe politische Posten ein um für diesen Tag bewaffnet zu sein.

„Seid ihr bereit?“

„Ja. Wir sind bereit.

Gemeinsam verließen sie den Schutz des Waldes und mischten sich unter die tausenden von Menschen die gekommen waren, um die Abholzung zu verhindern. Sie reckten Schilder und Hände in die Luft.  Ihre Stimmen schrien voller Hoffnung den dröhnenden Motoren entgegen. Reporter, Journalisten alle versuchten die grellsten Informationen in ihre technischen Geräte zu saugen. Der Tag schritt voran und die Masse an Menschen wurde immer lichter.

Tage später kam die Nachricht. Ein Gericht hatte verboten, den Wald in den nächsten Jahren abzuholzen.

Ein bisschen mehr Zeit, für viele Stunden ihres Lebens. Fünf Gestaltwandler gingen im Wald ihrer Wege und eine schwarze Katze verschmolz mit der anbrechenden Nacht.