*Erfahrungsbericht* – Die Aufmerksamkeitsspanne (Schreiben)

Hallo du,

an diesem Dienstag, einem Feiertag, wollte ich mich zum ersten Mal einen ganzen Arbeitstag lang dem Autorin sein widmen. Nach einem entspannten Frühstück setze ich mich mit Laptop, Ladekabel und einem Krug voll Wasser an den (sogar aufgeräumten) Schreibtisch. Manuskript geöffnet, heute würde ich mit meinem Roman ein großes Stück weiterkommen.

Tja, irgendwie nicht.

Dieser Tag hat mir gezeigt, ich eine viel zu kurze Aufmerksamkeitsspanne besitze. Nach 30 Minuten war ich schon wieder am Handy, nach 20 weiteren Minuten in der Küche…

Woran das liegt, habe ich erst in einem Gespräch mit meinem Freund herausgefunden. Ich habe mich, unwissentlich, darauf trainiert nur für kurze Zeit meine Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten. In meinem Brötchenjob im Büro werde ich dauernd gestört, muss das Telefon annehmen, dem Kollegen etwas erklären, eine wichtige Aufgabe dazwischenschieben. In meiner Freizeit hänge ich oft am Handy, auf Youtube und schaue praktische 20 Minuten lange Videos. Wenn ich schreibe, dann oft im Zug und dort habe ich, welche Überraschung, wieder nur 20-30 Minuten Zeit.

Ich habe es verlernt, in längeren Arbeitsphasen bei der Sache zu bleiben. Ich denke, dies hat nichts mit Multitasking zu tun,- ich lenke mich selbst ab und zwar mit unwichtigen Dingen. Kein Wunder das ich nicht in den Flow komme!

Nun muss ich darüber nachdenken, wie ich mich wieder besser Konzentrieren lernen kann.

Wenn du einen Tipp für mich hast bin ich dir sehr dankbar, wenn du ihn mir in einen Kommentar schreibst.

Liebe Grüße

Laura

15 Antworten zu “*Erfahrungsbericht* – Die Aufmerksamkeitsspanne (Schreiben)”

  1. Mutig und ausdauernd immer wieder versuchen, nicht mit Gewalt, aber einfach immer mal wieder versuchen. Der Körper gewöhnt sich an vieles auch in kleinsten Schritten, wenn Du es anbietest. 😊

  2. Oh ja, dieses Problem kenne ich… Bei mir liegt es auch ein bisschen daran, dass ich bei manchen Szenen echt ein wenig Angst habe, weil sie eben alle wichtig sind und ich nicht verckacken möchte 😅
    Wenn ich wirklich mehrere Stunden hintereinander schreiben möchte, dann gönne ich mir einfach, zwischendurch mal aufzustehen, was zu essen zu machen, Wäsche aufzuhängen oder sogar abzuwaschen.
    Ich meine, dein Freund war in jedem Fall ein schärfer Beobachter und hat recht, dass du dir diese geringe Aufmerksamkeitsspanne antrainiert hast… Und vor diesem Problem stehen so gut wie alle Menschen heute, denn das Smartphone bietet uns mehr Zerstreuung, als uns gut tut… Deswegen ist es auch richtig, dagegen anzukämpfen, vllt mit
    Yoga, Meditation und was auch immer…
    Aber wie gesagt, ich finde, gerade wenn man sich Stunden lang auf das Schreiben konzentrieren will, dann kann man sich aller halben Stunden eine kleine Pause gönnen. Also eben keine richtige Pause, aber eben kurz was anderes. Man ist dann viel mehr dabei. Eine halbe Stunde Flow, dann kurz einem Freund was auf WhatsApp antworten und nach 5 Minuten geht es weiter. Wichtig dabei ist dann aber dass du diese 5 minuten eben wirklich kurz abschaltest und nicht denkst „ich müsste“… Einen Arbeitstag schreiben ist auch heftig. Man muss akzeptieren, dass das nicht auf Anhieb geht, das aber auch nix schlimmes ist. Außerdem ist es auch hart, sich so ein großes Vorhaben zu setzen… Innerlich denkt man vllt, man schafft es nicht, und dann wird man unruhig, ist nicht dabei… Und schafft es eben nicht… 😅
    Deswegen denke ich ist es immer gut die Ziele für den Tag auch nicht zu hoch zu stecken. Dadurch übertreffe ich immer meine Anforderungen und das motiviert mega😅 man muss sich etwas austricksen😉

    1. Hallo Luna,

      ja genau. Diese kleinen Dinge die man so nebenbei macht. Leider ist man damit auch nicht schneller. Ich war sehr motiviert den ganzen Tag zu schreiben aber es hat doch nicht geklappt.
      Nächste Woche kommt noch ein Feiertag 🤔😍

      Liebe Grüße

      Laura

      1. Wie gesagt, wenn du dich nicht unter Druck setzt dann hält dich das auch nicht auf. Wenn du unruhig wirst am PC, dann schau kurz aufs Handy… Dann kann es weiter gehen mit schreiben. Mein Problem ist oft, wenn ich mich für sowas verurteile. Dann fühle ich mich schlecht und das blockiert beim schreiben. Wenn ich es aber akzeptiere, dann tanke ich dadurch Energie und kann viel länger schreiben und mehr schaffen…
        Doch wie aucg immer du es angehen wirst, du wirst den Feiertag sicher sinnvoll nutzen 😉

  3. hallo laura, nimm dir nur kleine happen vor und anstatt zu sagen: heute überarbeite ich mein manuskript, sage dir: heute überarbeite ich nur kapitel eins, oder nur die titel oder nur szene xy. viele grüße und viel erfolg.

  4. Ich kann mich nur meinen Vorschreiber(inne)n anschließen:
    Druck rausnehmen.
    Für manche Texte habe ich fast ein 1/2 Jahr gebraucht (keine A4 Seite lang) – und es ist okay. Das Ergebnis muss Dir gefallen: es zeigt Dich.
    Der Rest ist: dran bleiben 😉
    Auch von mir viele Grüße und viel Erfolg

  5. Huhu
    damit habe ich manchmal auch meine Probleme. Gerade, wie du beim schreiben und beim lesen auch manchmal.
    Bei mir liegt es meist daran, dass ich durch meinen Mann abgelenkt werde, wenn der bem Zocken etwas lauter wird. Dann denke ich mir, ach wenn ich schonmal abgelenkt bin, dann kann ich auch das und das machen.
    Ich möchte mir bald ein kleines Notebook anschaffen und dann in Cafes schreiben in der Hoffnung das ich dort nicht so schnell abgelenkt werde.

    Liebe Grüße
    Lilly
    #litnetzwerk

    1. Hallo Lilly,

      danke für deine Meinung.
      Ich habe sogar ein extra Zimmer (mein Freund zockt auch gerne mal 😅)
      Aber ich schaffe es trotzdem mich abzulenken. Ich schreibe oft auch im Zug aber nur viel kürzere Zeitspannen ich glaube daran liegt es bei mir.

      Liebe Grüße
      Laura

  6. Ich weiß nicht, ob sich das so 1:1 übertragen lässt, aber beim Lernen wird häufig empfohlen, spätestens nach neunzig Minuten eine Viertelstunde Pause zu machen. Ich persönlich mache beim Lernen meistens schon nach etwa 45 Minuten Pause, je nachdem, wie sich das von der Sinneinheit her anbietet.

    Auf jeden Fall sind Pausen nichts schlimmes, sie sollten nur bewusst geschehen und nicht zu lang werden 🙂

  7. Es tut mir sooo leid, aber ich liege gerade lachend am Boden. Dabei lache ich nicht über sich, sondern über uns beide. Genau den gleichen Plan hatte ich vor zwei Tagen, wenn auch mit anderen Voraussetzungen.

    Ich bin seit 17 Monaten arbeitslos und hab eventuell einen Job in Aussicht, bei dem ich 20 Wochenstunden arbeite. (Naja, 19,25 … .) Jedenfalls dachte ich mir ‚Hm, dann könnte ich mich doch schon mal darauf trainieren, die Zeit auch wirklich konzentriert durchzuarbeiten. Meinem Manuskript kann es nur nützen.‘ Ich hab an dem Tag 2 Sätze geschrieben, glaube ich. Ich war dermaßen unkonzentriert, und jedes Mal, wenn ich auf den Bildschirm geschaut habe, war mein Hirn wie leergefegt.

    Tipps habe ich entsprechend leider nicht. Ich schätze, Training kann da helfen? Aber seit dieser negativen Erfahrung habe ich mich auch noch nicht wieder dazu aufraffen können und schreibe nur nebenbei hier oder da einen Satz, wenn mir gerade einer einfällt, beschäftige mich aber ansonsten anderweitig. Echt peinlich. 😀

    Liebe Grüße
    Britta

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