*kreatives Interview* – mit @neophobica

Kreatives Interview mit Carina – @neophobica

*Bilder und Links wurden mir von Carina für den Beitrag zur Verfügung gestellt. Keine bezahlte Werbung*

Hallo du,

willkommen zum ersten Interview in dieser neuen Blogreihe. Heute rede nicht ich, sondern Carina, der erste Gast im Archiv der Fantasie.

Herzlich willkommen im kreativen Interview. Möchtest du dich kurz vorstellen?

Hallo und danke für die Einladung! Mein Name ist Carina, wobei ich mit  dem Pseudonym Neophobica im Internet meine Kreativität (und anderen Blödsinn) verbreite. Ursprünglich ein Landkind, lebe ich nun schon seit mehr als zwölf Jahren in Wien und bin hier sehr happy.

Welche kreativen Passionen hast du?

Zeichnen! Nähen, Häkeln, Basteln, bisschen Schreiben

Über welche dieser Passionen möchtet du heute genauer sprechen?

Ich denke mal ich werde mich aufs Zeichnen konzentrieren. Das ist ein sehr wichtiger Punkt in meinem Leben, einfach etwas das zu mir gehört. Ein leben ohne Zeichnen könnte ich mir nicht vorstellen.

Wie oft arbeitest du daran, und wie sieht dein normaler Arbeitsablauf aus?

Auf irgendeine Art und Weise, täglich. Das Zeichnen gliedert sich bei mir in verschiedene Bereiche, da ich bereits als Freelancer tätig bin. Da gehören natürlich unterstützende Tätigkeiten wie Organisation, Administration und Planung dazu. Wo wir gerade bei Planung sind, mit der fängt mein Arbeitsablauf eigentlich immer an. Ok, fast immer, wenn ich nur für mich zeichne um zum Beispiel den Kopf freizukriegen, dann ist da sehr wenig Planung dabei. Aber sagen wir es geht um ein konkretes Projekt.

Ich stelle mir anfangs immer ein paar Fragen:
  • Der Zweck

Wofür soll es sein, was soll es können, was soll es bewirken?
Kleines Beispiel anhand von 2 Projekten:
Buchcover: eine große Illustration, ansprechend, detailliert
Sticker: mehrere kleine Illustrationen, lustig, süß, simpel

Damit haben wir schon mal eine grobe Vorstellung und einen Anfang auf dem wir aufbauen können. Das bringt uns zum nächsten Punkt.

  •  Recherche

Klingt vielleicht langweilig, aber je mehr ich über das Projekt weiß, bzw. je mehr ich mich damit beschäftige, desto klarer wird der Plan in meinem Kopf. Ist aber auch irgendwie logisch. Wenn ich zum Beispiel eine Stadt nicht kenne, weiß ich nicht wohin ich gehen soll. Kenne ich mich dort aber schon aus, Holla die Waldfee! Party!

Ähm… ja. Kommen wir wieder zu den Beispielen und was der zweite Punkt für diese bedeutet:
Buchcover: Soll ein Charakter aufs Bild? Da die Leute meistens deswegen zu mir kommen, gehen wir mal davon aus. Worum geht’s in dem Buch? Thema? Wer ist der Charakter? Was trägt er? Kann ich eventuell einen Teil der Geschichte lesen um ein Gefühl dafür zu bekommen und auch die Stimmung zu transportieren? Im Prinzip versuche ich den Charakter kennen zu lernen um ihn/sie authentisch darzustellen. Natürlich spielen auch die Wünsche des Kunden eine große Rolle, diese versuche ich so gut es geht zu implementieren.

Sticker: Das hier ist ein persönliches Projekt aus dem ein Produkt wird. In diesem Fall weiß ich schon genau welcher Charakter vertreten sein wird (Hi Rufus Baby!) und überlege mir ein Thema. Ich habe zum Beispiel vor kurzem Sticker-Sheets für Planer bzw. Bullet Journals gemacht und beim Brainstorming einfach mal die verschiedensten Aktivitäten aufgeschrieben die ich für meinen Planer brauchen könnte. Dabei hab ich die Zeichner/Freelancer spezifischen Dinge mal komplett außen vor gelassen. Ich hab also simpel angefangen. Die Aktivitäten habe ich dann sortiert in verschiedene Bereiche: Home / Social / Self Care

Ich habe mich dazu entschieden 6 Aktivitäten pro Sheet zu verwenden und dann noch etwas ergänzt. Das Thema zu finden hat also schon sehr geholfen.

Zur Erinnerung. Bis jetzt wurde noch nicht gezeichnet ‚:D

  • Skizze/Konzept

Buchcover: Für einen Kunden fertige ich je nach Art 3 verschiedene grobe Skizzen an und gebe ihm somit etwas Auswahl. Natürlich können auch noch Änderungen angemerkt werden.

Wird die Skizze angenommen, wird diese nochmal ausgearbeitet, Details hinzugefügt und dann erstelle ich noch ein Farbschema.

Sticker: Rufus schüttle ich mittlerweile aus dem Handgelenk, ich versuche seine Aktivitäten charmant und lustig zu gestalten. In 90% der Fälle sitzt aber die erste Skizze bereits und ich kann direkt zum Lineart gehen.

  • Zeichnen (ENDLICH!) xD

Buchcover: ab diesem Punkt wird die Illustration ausgearbeitet, verfeinert und poliert. Das dauert meistens genauso lange bzw. länger als alle Schritte davor zusammen. Dafür sollte es sitzen, wenn die Planung passt.

Sticker: Die Sticker bekommen ein Lineart, werden koloriert und dann werden die Sticker-Sheets erstellt. Tadaaa! Fertig! Nächstes Projekt!

TLDR: Planung – Recherche – Skizze – Zeichnen

Verdienst du damit Geld oder würdest du gerne?

Mittlerweile ja! Noch kann ich aber nicht davon leben, dennoch ist die Tendenz steigend. Ich arbeite an eigenen Projekten (Drakenbun-Mini-Comic, Artist-Alleys, Online-Shop) und an Projekten für Kunden (Buchcover, Commissions, Maskottchen 😉 )

(Anmerkung: Lumi das Blogmaskottchen vom Archiv der Fantasie wurde von Carina gemacht)
Darf natürlich gerne mehr werden 🙂

Was fordert dich in der kreativen Arbeit am meisten heraus?

Ich würde fast sagen zum einen Teil der Planungsprozess. Die Ideen- bzw. Konzeptfindung ist unglaublich spannend, kann aber auch sehr anstrengend sein. Und manchmal kann es auch die Umsetzung sein. Vor allem bei Neuen Dingen die man noch nie gezeichnet hat. Manchmal muss man dann einen Schritt zurückmachen und diese Dinge studieren und verstehen lernen. Dann kann man das Erlernte im Projekt anwenden.

Was bedeutet Kreativität für dich? Was kann alles kreativ sein?

Kreativität ist für mich Ausdruck. Sich selbst auszudrücken und zu verwirklichen. Das klingt zwar jetzt unglaublich hochgestochen, aber ich habe im Laufe der Zeit gelernt, dass zum Beispiel die Kunst die ich liebe und mir gerne ansehe, nicht die ist die ich selbst gerne produziere. Ich habe meinen Rufus, er ist simpel vom Design, hat aber seinen eigenen Charme. Mit ihm kann ich meinen inneren Blödsinn rauslassen und bringe andere zum Lachen. (und zugegebenermaßen mich selbst auch. Jedes Mal wenn ich den kleinen Bastard zeichne muss ich grinsen 😀 )

Welche verrückte Idee würdest du gerne realisieren?

Drakenbun Stofftiere!!!!! Das steht aber leider noch in den Sternen.

Was ist dein bisher größter Misserfolg im kreativen Bereich?

Gibt es sowas wie Misserfolge überhaupt? Ich konnte aus jedem Fehler bis jetzt etwas lernen, dass mir auf dem weiteren Weg weitergeholfen hat. Ich habe schon öfter etwas Neues angefangen und bin beim ersten Mal total gescheitert. Habe es sacken lassen und beim zweiten Versuchs gings auf einmal besser.

Ich glaube was ich damit sagen will: Es ist nur ein Scheitern wenn du aufgibst.

Was wolltest du schon immer mal erzählen, hattest aber nie die Gelegenheit dazu?

Ich werde mal eben sentimental.

Durch das Zeichnen habe ich auf die ein oder andere Weise meine besten Freunde kennen gelernt. Menschen für die ich dankbar bin dass ich sie in meinem Leben habe und die mit mir durch Dick und Dünn gehen.

Sprecht über eure Leidenschaften! Versteckt euch nicht! Steht zu euch und dem was ihr mögt! Die Verbindungen die dadurch entstehen sind unbezahlbar <3

Gibt es Dinge, die andere für deine Kunstart als Klischee ansehen und machst du davon welche?

Uff, das ist jetzt etwas schwerer.
Fokus, aber ich glaube das hat jeder Kreative bis zu einem gewissen Grad. Wenn ich an einem Projekt arbeite und einen langen Arbeitsschritt vor mir habe, der nicht viele Absprachen fordert, dann kann es schonmal sein dass ich die Zeit vergesse, von meinem Tablet hochblicke es ist 2 Uhr morgens und ich bemerke ich habe gerade 6 Stunden ohne Essen und Wasser durchgezeichnet. Und ach ja die Playlist ist auch schon seit 3 Stunden zu Ende (btw. Es lebe die Dauerschleife xD)

Was würdest du gerne mal ausprobieren, wenn du die Zeit oder das Geld dafür hättest?

Stofftiere! 😀

Und Workshops! Haufenweise Workshops!!!

Hast du dich schon einmal professionell zu deiner Passion coachen lassen und hat es etwas gebracht?

Nein tatsächlich noch nicht. Aber eine nette Idee.

Hast du ein Motto oder einen Leitsatz?

Ich hole hierzu kurz aus.
Mein Künstlername lautet Neophobica, abgeleitet von Neophobie, der Angst vor Neuem. Das traf auf das kleine Landkind das ich mal war zu, hat sich aber geändert. Warum ich den Namen immer noch habe?

Weil er mich daran erinnern soll keine Angst vor neuen Dingen zu haben, auch wenn sie gruslig sind und einem Angst machen. Ich habe so viele tolle Menschen kennen gelernt und Meilensteine erreicht, weil ich diese Angst überwunden habe.

Hab keine Angst vor Neuem! Versuch es. Das Schlimmste ist nicht das Scheitern, denn sogar daraus kann man was lernen. Das Schlimmste ist es nicht zu versuchen.

Möchtest du zu Ende noch etwas sagen?

Bei aller Liebe, ich glaube ich hab genug geschwafelt xD

Aber ich möchte mich bei dir noch einmal für die Einladung und Organisation von diesem Projekt bedanken.

Außerdem bin ich schon gespannt auf die anderen Teilnehmer

Carina kannst du unter dem Namen @neophobica unter Twitter und Instagram finden. Außerdem hat sie bei Storenvy einen eigenen Onlineshop.

1 Antwort zu “*kreatives Interview* – mit @neophobica”

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