Kategorie: Lyrik

*Kurzgeschichte* – Mein Zitronenfalter

*Triggerwarnung: Trauerbewältigung*

Mein Zitronenfalter

…Aufgrund von veränderten Umwelteinflüssen sterben viele Arten aus und… Ich zucke zusammen und sehe mich verwirrt um. Irgendwann sickert die Information zu mir durch, dass es der Fernseher ist, der mich aufgeweckt hat. Mann muss ich fertig gewesen sein, wenn ich schon beim Fernsehen eingeschlafen bin. …In einigen Kulturen glaubt man daran, dass Verstorbene als Schmetterlinge zu ihren Geliebten zurückkehren… Ich knipse den TV aus und lausche dem leisen bitzeln als sich der letzte Rest Elektrizität aus dem Gerät entlädt. Ich rolle mich aus dem Bett. In dem Raum stehen einige Sachen die ich nie benutze, wie etwa ein Schreibtisch mit einem drehbaren Stuhl, eine Stehlampe die einen kurzzeitig erblinden lässt wenn man es wagt den Schalter umzulegen sowie ein paar Schachteln mit unwichtigem Inhalt. Einfach nur, weil solche Sachen in einem Zimmer stehen müssen.

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*Lyrik* – Blick aus dem Fenster

Blick aus dem Fenster

 

Regen auf den letzten,

braun gebrannten Blättern.

Grau verschleiert der Sternenhimmel,

kalt umfasst das Leben aller.

Leise ziehen Krähen Kreise,

sehn die Welt auf Ihre Weise.

Grünes Gras aus Plastik bleibt,

Treibt im Meer für lange Zeit.

Wasser auf der Straße glänzt.

Zäune sperren aus das Draußen.

Sieh hinter des jeden Mauer,

spür wie dich durchzuckt der Schauer.

Finde Ruhe in der Kraft,

hohl deine Seele aus der Nacht.

*Lyrik* – Zermürbendes zerdenken

Zermürbendes zerdenken

verrenken

Mit Sandpapier abschleifen bis zur Wurzel

Die Wurzel als Übel oder Zeichen der Verzweigtheit

der Gänge im Gehirn durch die Gedankengänge gegraben werden

Graben im Gehirn und alles finden,

dass man aufgehoben hat weil man es ja nochmal brauchen könnte.

In Hirnwindungen verschwunden, verirrt, zerschunden

Der Gedanke der gerade noch da war und plötzlich weg

Weil er sich verlaufen hat

*Lyrik* – Monster der Neuzeit

Monster der Neuzeit

 

Warum verliert das schönste Gut, durch dauerhafte Selbstpräsenz

An schillernder Lebendigkeit.

Als Teil der meisten Menschenleben von Neu zu Neu umherzuspringen

Altes landet irgendwo, im Dreck der Zivilisation.

Gesehen, gekauft und gleich vergessen – Gleichgültigkeit hat es gefressen.

Die Monster tragen Namen. Neid, Missgunst und Gier.

 

*Lyrik* – In den Schatten

In den Schatten

 

Fehler, Fehler komm zu mir ich rufe dich und will dich nicht.

Wiederholungen bestimmen

Tränenüberströmt umklammere ich das Lenkrad,  Instinkt übernimmt das Gaspedal

Immer wieder finde ich mich hier

Wieder und wieder die gleichen falschen Entscheidungen die mich höhnisch winkend zu sich rufen

und ich schreie und sie hören mich, folgen mir

Ich stoße sie von mir, verschaffe mir Platz

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